Irgendwie jede Woche einen neuen Blogbeitrag zu posten ist quantitativ gut, aber die Qualität wird dadurch leider stetig sinken. Es gab in dieser Woche nicht so viel tolles, woraus man n tollen und interessanten Post machen könnte. Wenn man den Mittwoch und Samstag Abend nicht berücksichtigt.
In der Berufsschule im Fach Programmieren bauen wir gerade einen Briefmarkenautomat nach. Aber nur die Funktionen, um sich Briefmarken auszusuchen und eine Fake Markenausgabe. Worüber mein Lehrer und ich uns aber noch uneinig sind, ist der Korrektur Button. Als ich zuletzt vor so einem Automaten stand meinte ich in Erinnerung zu haben, dass man nur die letzte Eingabe widerrufen kann. Mein Lehrer meint, man könne alles widerrufen. Tja, da wir während der Schulstunden keine Besichtigung unternehmen durften und in der Pause lieber zu Mces, Subway, Penny oder Media Markt gehen (die Schule hat echt ne super Lage), bleibt das Geheimnis ungelüftet. Da mich das aber dann doch interessierte, bin ich am Mittwoch nach der Arbeit bei mir in der Stadt zur Post gefahren, um mir die gelbe Kiste mal anzusehen. Und siehe da, mein Lehrer hatte Recht. Um die Funktionen der anderen Auswahlpunkte wie „Wunschwert“ und „Vorratskauf“ zu klären, habe ich jeweils mit meinem Handy ein Foto des Displays gemacht. Vorher habe ich mich umgeschaut, ob mich jemand beobachtet. Warum hab ich das gemacht? Was soll bitteschön daran merkwürdig sein, wenn ein 21-jähriger vor einem Briefmarkenautomat steht und mit seinem Smartphone Fotos davon macht? ALLES! Wer in meiner Altersgruppe verschickt heutzutage noch echte Briefe? So richtig mit Adresse aufschreiben und zum Briefkasten gehen. Nicht zu vergessen die Briefmarke. Es ist schon krass, wie sehr das Internet uns körperlich faul gemacht hat, ein Klick und das Geschriebene ist per Mail auf dem Weg zum Empfänger. Am gleichen Tag. Warum eigentlich „Mail“? Dieser Vorgang müsste doch eigentlich „E-Mail“ heißen, da das ja übers Internet geht und nicht offline. Wenn jemand in Deutschland „Mail“ sagt, ist klar, dass die „E-Mail“ gemeint ist. Was denkt aber ein englischsprachiger Mensch, wenn jemand „Mail“ sagt? Da wir in 2013 leben würde ich sagen das faule Mail verschicke, da wir ja, wie viele bemerkt haben, in einer computergesteuerten Zeit leben.
Als ich dann nach Hause fahren wollte, hab ich dann doch jemand gesehen, der mich mit einem Gesichtsausdruck anguckt nach dem Motto: „Was machst Du da? Du machst n Foto von dem Ding? Gehts dir noch gut?“. Bestimmt hat er gedacht, dass ich das Ding auf Instagram hochlade mit der Bildunterschrift: „Weiß jemand, wie das Ding funktioniert?“ oder „Ich geb jedem unter 20 Jahren 10 Euro der mir sagen kann, was das ist.“. Oder so.
Am Samstag Abend ein Treffen meiner alten Realschulklasse statt. Obwohl ich mit den meisten nichts mehr zu tun habe, war ich schon aufgeregt, wie die nach 5 Jahren so aussehen. Was sie so erlebt haben. Deswegen geht man ja auch zu so nem Treffen auch hin. So viel kann das ja nicht sein, war ich der Meinung. Aber was ich noch nicht wusste, ich werde falsch liegen.
Also bin ich blauäugig um 19 Uhr zum vereinbarten Treffpunkt hingegangen. Vor dem Cafe traf ich die Veranstalterin und meinen ehemaligen Banknachbar während der 9. Klasse. Von den 30 Leuten, die wir einst waren, sind unglaubliche fünf, in Zahlen „5“, erschienen. Schade eigentlich. Pia, die uns zusammengetrommelt hat, sagte, dass viele aus nachvollziehbaren, privaten Gründen nicht gekommen sind. Andere bekamen plötzlich eine Grippe oder mussten noch 25 Seiten für irgendwas schreiben. Es gab aber auch welche, die keinen Bock hatten. Der Abend verlief ganz gut. Nachdem man so erzählt hat, was man grade so macht, mit wem man noch so Kontakt hat und was man sonst so in der halben Dekade in der Weltgeschichte getrieben hat, trat phasenweise ein Moment des Schweigens ein. Schon komisch. Vielleicht ist jeder mit der Annahme zum treffen gekommen, dass die anderen was unglaubliches zu erzählen haben und man darauf irgendwie von einem zum anderen Thema kommt und so den Abend sauber über die Bühne bringt. Das war ja auch die ersten zwei bis drei Stunden so. Vielleicht lag das auch einfach daran, dass alle mehr Leute erwartet haben.
Das kommt vielleicht jetzt so rüber, dass das ein langweiliger Abend war. Das war es aber keinesfalls. Es war echt interessant, wie sich die Leute so verändert haben und was sie so erlebt haben. Die Veranstalterin, hat sogar bis vor 2 Wochen noch in Baden-Württemberg gewohnt. Krass! Ich weiß bis heute noch nicht, ob ich nach der Ausbildung in meiner Heimatstadt eine Wohnung suche, oder in Mönchengladbach. Und irgendwie hat es sich bestätigt, dass ich wohl ein Rentner bin, was das Autofahren betrifft. Ich mit 0-Punkten in Flensburg habe außer einem Lackschaden noch keinen richtigen Mist gebaut. Einen wurde innerhalb von drei Tagen zwei Mal das Auto abgeschleppt. Entweder hatte ich bis jetzt immer Glück oder ich bin weniger unterwegs, als sie. Ich denke eher letzteres. Demnächst soll sogar ein Stufentreffen geplant werden. Die Einladungen sollen oldscool mäßig per Post verschickt werden (nicht jeder hat ja Facebook). Da bin ich auch mal gespannt, wie viele da wohl (blauäugig) aufkreuzen werden.
Und irgendwie passen doch beide Themen in einen Post. Hätt ich, als ich angefangen habe zu schreiben, nicht gedacht. Aber siehe Überschrift. :)
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