Sonntag, 10. Februar 2013

Die 5, die 4, die 1 und die wandernde 0


Manche Leute sind fest der Überzeugung, dass es einen Plan gibt. Den Plan. Den Plan, der unser aller Leben bestimmt. Oder ist das nicht einfach Zufall, dass die Dinge so passieren wie sie passieren? Seit meinem letzten Besuch bei trinkgut bin ich der Meinung, dass „Schicksal“ die richtige Beschreibung ist. Das Schicksal versetzt die Zahnräder so in Bewegung, dass es so passt. So soll es sein. So ergibt alles einen Sinn. Den Sinn folgender Geschichte kenn ich jedoch noch nicht. Vielleicht werde ich ihn nie wissen, weil einfach Zufall ist. Aber die Zahnräder, die in Bewegung gebracht wurden sind so „realistisch“ gesetzt, dass es irgendwas dazwischen war.
Als Auszubildender bei einem Software-Betrieb im dritten Lehrjahr, bin ich es inzwischen gewohnt, dass man mich von meiner eigentlichen Arbeit zerrt und Dinge machen muss, auf die keiner so richtig Bock hat. Darunter zählt zum Beispiel das Besorgen von Getränken für Kundenbesuche. Mit meinem Mitazubi, der in ner anderen Abteilung arbeitet, wechsel ich mich immer ab, was das Kisten holen betrifft. Dieses Mal war ich an der Reihe. Ich sollte einen Cola-Mischkasten, einen Wasserkasten mit Kohlensäure und „6“ Kisten Vittel besorgen. So viel habe ich noch nie holen müssen. Meistens waren es nur ein Kasten von jedem. Nun ja, wie auch immer. Vom Buchhalter habe ich mir dann einen Fuffi geben lassen und hab das Leergut in den Firmenwagen gepackt und bin zum trinkgut um die Ecke. Die Leergutabgabe und das Einkaufen waren jetzt nicht großartig spannend, dass sie in dieser Geschichte eine Erwähnung verdient hätten, aber es gehört dazu. Da ich in meiner Heimatstadt selber mal 18 Monate im Leergut gearbeitet habe, zähle ich ein wenig die Pfandbeträge zusammen. Daher schau ich aus Erfahrung immer genau auf dem Pfandbon. Da alles stimmte, habe ich die Kisten besorgt und bin zur Kasse. Wie der Zufall es wollte, habe ich noch was für mich selbst eingekauft. Auf meine Kosten natürlich. Wie aus dem Nichts habe ich Durst bekommen, hö hö. An der Kasse war ich dann etwas schockiert. Für die Sachen musste ich tatsächlich 54,01€ bezahlen. Da war das Leergut schon abgezogen. Da ich nur noch so viel Geld von mir selbst dabei hatte, um meine eigenen Sachen zu bezahlen, musste ich mit Karte zahlen. Schon krass. Wegen 4 Euro und einem Cent musste ich mein Plastikgeld zücken. Das selbe hat auch der Buchhalter gefragt. Zufall? Keine Ahnung. Da ich mich mit dem Buchhalter sehr gut verstehe, hat er ohne zu zögern mir die Differenz gegeben und ich durfte weiter meine Zeilen Code schreiben gehen. 
Am nächsten Samstag waren im meinen Portemonnaie nur noch ein 5 Euro Schein drin. Den Rest habe ich für meinen teuersten Deckel in meiner Stammkneipe gelassen, wo ich mit der Mutter meines besten Freundes immer Billard spielen gehe. Der Abend ist ne Geschichte für sich, daher ist mehr für den Hintergrund des Portemonnaie-Inhalts nicht notwendig zu wissen. Das Klimpergeld habe ich in meinem Sparschwein gepackt, damit man nicht denkt, dass meine Geldbörse von vielen Scheinen so schwer zu geht. Jedenfalls bin ich dann die Woche drauf, also letzten Freitag, nach der Arbeit zum trinkgut meiner Stadt gefahren, um mich mit einem Sixpack und 4 Dosen Red-Bull, die im Angebot waren, zu belohnen. Ich habe in meinem jugendlichen Leichtsinn gedacht, was mein Ausbilder in letzter Zeit immer wieder zu mir sagt, wenn ich meine Monatstests terminiere, dass ich mit meinem 5-Euro-Schein alles bezahlen könnte. ... Nein! Da ich noch meine leeren Dosen aus dem Auto noch am Pfandautomaten abgegeben hatte, hat sich der Preis auf 5,41€ gesenkt. Und da mein Kleingeld im Bauch meines Gladbach-Fohlens lag, musste ich schon wieder mit Karte bezahlen. Dabei viel mir auf, dass wieder die Zahlen 5, 4, 1 und 0 eine Rolle gespielt hatten. Nur in anderer Reihenfolge. Bei 50 Euro fehlten 4,01€, bei 5 Euro und 41 Cent. Und beides spielte in einem trinkgut ab. Verrückt oder? Oder ist es doch Zufall? Und wenn ja, warum stimmten dann die Zahlen, wenn auch nicht zu 100%? Haben die Illuminaten eine neue Zielgruppe? Oder war es ein Zeichen von oben, dass ich verdammt nochmals mehr Kleingeld mit mir rumschleppen sollte? Oder weniger zu trinken kaufen sollte? Oder beides? Ich weiß es nicht. Und das ist auch gut so. Es ist bei manchen Dingen einfach besser, wenn man den Grund nicht kennt. Wie in diesem Fall hier. Denn es ist einfach zu schön um wahr zu sein, dass diese Zahlen sich in der selben Ladenkette beim selben Typen wiederholen. Findet ihr nicht?

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